Freitag, 11. Januar 2019

Weiterhin angespannte Lawinensituation im Bergland von Oberösterreich!

Seit 3.1.2019 wird die Lawinengefahr in Oberösterreich als groß, für 2 Tage sogar als sehr groß eingestuft. Immer wieder intensive Schneefälle und starker bis stürmischer Wind um Nordwest haben zu einer heiklen Lawinensituation geführt. Mächtige Triebschneepakete haben sich in den Abbruchgebieten aufgebaut. Lawinen bis Größe 4 sind spontan abgegangen. Viele Lawinenstriche haben sich aber noch nicht entladen. Auch in den Tallagen hat sich eine mächtige Schneedecke abgelegt, die zu Problemen führte.


Am Freitag beruhigt sich das Wetter vorübergehend. Am Samstag setzt wieder Schneefall ein, der am Sonntag und Montag intensiver wird. Die Schneefallgrenze steigt an und liegt nach aktuellen Prognosen dann bei 1000 - 1200 m Höhe. Die Lawinensituation wird sich somit wieder zuspitzen. Über der Waldgrenze bildet sich wieder frischer labiler Triebschnee. Somit kommt in den stark eingefrachtete und nicht entladenen Bereichen zusätzliches Gewicht durch weiteren, je nach Höhe auch feuchterem Neuschnee dazu. Unter der Schneefallgrenze wird der Schnee durch den Regeneintrag schwer. Somit ist mit spontanen Lawinen in diesen Bereichen unbedingt zu rechnen.


Anstieg der Gesamtschneehöhen in unterschiedlichen Höhenlagen:


Windmessstelle Simonyhütte:

Mittwoch, 9. Januar 2019

Große bis sehr große Lawinengefahr im oberösterreichischen Bergland!


Aufgrund der sehr angespannten Schnee- und Lawinensituation wird die Lawinengefahr in den oberösterreichischen Nordalpen mit sehr groß eingestuft.

Seit 10 Jahren wurde diese Gefahrenstufe nicht mehr verwendet. Dieses zeigt auch, dass es sich um eine außergewöhnliche Lage handelt. Die Lawinenwarnstufe 5 hat sich in diesem Fall seit 30.12.2018 langsam aber stetig entwickelt.

Derartige intensive Schneefallereignisse Anfang Jänner fast ohne Unterbrechung und rasch aufeinander folgend sind sehr selten. Bereits seit 03.01. wird die Lawinengefahr zumindest teilweise als groß eingestuft. Eine derart lange Periode mit Gefahrenstufe 4 gab es bisher noch nicht.

Die Lawinengefahr wird auch in den nächsten Tagen weiterhin angespannt bleiben. Weitere Schneefälle werden prognostiziert.

 


Im Besonderen wird darauf hingewiesen, dass Unternehmungen im freien alpinen Gelände große Erfahrung und Zurückhaltung erfordern. Zurzeit wird von Aktivitäten im ungesicherten Gelände abgeraten. Jeder kann eigenverantwortlich für sich entscheiden. Es muss aber immer bedacht werden, dass im Unglücksfall andere sogar ihr Leben riskieren müssen.

Sperren von Straßen, Pisten, Wanderwegen, etc. sollten unbedingt befolgt werden.


Dienstag, 8. Januar 2019

Weiterhin kritische Lawinensituation durch weiteren Neuschneezuwachs!


Von heute Dienstag bis Donnerstag liefern die aktuellen Wetterprognosen eine Neuschneesumme ab den mittleren Lagen von mehr als 100 cm. Zudem bildet starker bis stürmischner Wind wieder frischen, störanfälligen, umfangreichen Triebschnee. In Verbindung mit den bisher gefallenen sehr großen Schneemengen und den zu erwartenden Neuschnee ergibt sich eine weiterhin kritische Lawinensituation.


Mit dem schlechten Wetter und der angespannten Lawinensituation muss vor Unternehmungen im freien Gelände abgeraten werden.


Sperren von Straßen, Wegen und Schipisten auf Grund drohnender Lawinen der örtlichen Sicherheitsverantwortlichen sollten unbedingt beachtet werden.






Neuschneeprognose der nächsten 48 Stunden, Quelle: ZAMG

Freitag, 4. Januar 2019

Angespannte Lawinensituation - große Lawinengefahr!


In den letzten Tagen des alten und den ersten Tagen des neuen Jahres gab es immer wieder auch stärkere Schneefälle bei starkem bis stürmischem Wind. Windspitzen jenseits der 100 km/h wurden verzeichnet. Dadurch sind umfangreiche Triebschneeablagerungen entstanden. Die Triebschneepakete enthalten unterschiedlich harte Schichten, dünne eingelagerte Eisschichten (durch einen kurzen Wärmeimpuls entstanden, Nisel bzw. Nebel) und Graupel, die als Schwachschichten dienen können. Somit ist eine Auslöung von Schneebrettlawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung (durch eine Person) wahrscheinlich. 

Von Freitag bis Sonntag werden weitere intensive Schneefälle prognostiziert, die unter Windeinfluss fallen sollen. Der Wind kommt aus Nordwest und ist dann stürmisch. Dadurch bleibt die Lawinensituation angespannt und wird mit groß (Stufe 4) zu bewerten sein. 

Zudem ist dann auch mit spontanen Schneebrett- bzw. Lockerschneelawinen zu rechnen, die auch Größe 4 (siehe Blog vom 3.12.2018) erreichen können. 

Somit herrschen ungünstige Verhältnisse. Für Unternehmungen im freien Gelände ist viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung erforderlich.

Windmessstelle Simonyhütte (Windrichtung, -böe, -geschwindigkeit), 3 Tage und Wochenverlauf, Quelle: Lawinenwarndienst OÖ

Messtelle Hösskogel (kompletter Datensatz), 3 Tage und Wochenverlauf, Quelle: Lawinenwarndienst OÖ

Neuschneeprognose, Quelle: ZAMG