Donnerstag, 28. März 2019

Infos zum Gleitschneeproblem, das uns wohl bis zum Saisonende begleiten wird!


Ab April stellen sich jahreszeitlich bedingt und je nach Temperatur zunehmend Frühjahrsverhältnisse ein. Bei milden Temperaturen und starker Einstrahlung ist die Lawinengefahr einem Tagesgang unterworfen. Nach anfangs günstigen Bedingungen steigt dann die Lawinengefahr je nach Situation auf mäßig bis erheblich an.

Abgesehen davon wird uns diesen Winter das Gleitschneeproblem wahrscheinlich bis zum Saisonende beschäftigen. Unabhängig von der Tageszeit, der Exposition und der Höhe können sich Gleitschneelawinen spontan auf Hängen mit glattem Untergrund lösen. Trotz mäßiger bzw. geringer Lawinengefahr können in diesen Hängen Lawinen mittlere, teils auch große Ausmaße erreichen. Dies liegt daran, dass heuer noch immer überdurchschnittlich große Schneemengen vorhanden sind und die Schneedecke schon feucht bis nass ist.

Somit ist das Gleitschneethema bei Unternehmungen im freien Gelände weiterhin zu beachten. Selbst schneefreie Wege in tieferen Lagen können durch größere Auslauflängen in diesem Winter von Lawinen erreicht werden.

Höhe: 1020 m, Schneehöhe: 90 cm

Höhe: 1350 m, Schneehöhe: 230 cm

Höhe: 1750 m, Schneehöhe: 360 cm







Montag, 18. Februar 2019

Gleitschneelawinen

Neben den aktuell günstigen Tourenbedingungen besteht weiterhin die Gefahr für spontane Gleitschneelawinen.

Abgangszeitpunkte und -örtlichkeiten für spontane Gleitschneelawinen sind weder nach Exposition noch Höhenlage nur bedingt vorauszusagen. Vermehrt betroffen ist besonntes steiles Gelände auf vergrasten Hängen bis in die Hochlagen hinauf. Aber auch Schatthänge bis in die mittleren Lagen sind zu beachten. Durch die aktuell sehr milden Temperaturen und mit der starken Einstrahlung kann sich diese Lawinentätigkeit auch verstärken. Das Gleitschneeproblem wird den restlichen Winter bestehen bleiben.

Auf Grund der mächtigen Gesamtschneehöhen können Gleitschneelawinen durchaus groß bis sehr groß werden und beachtliche Auslauflängen erreichen. Hänge mit Rissen in der Schneedecke sind zu meiden.


sonnseitig, rund 1500 m


sonnseitig, rund 1750 m


schattseitig, rund 1500 m



Mittwoch, 13. Februar 2019

Frischer Triebschnee zu Wochenbeginn!

Am Montag und Dienstag dieser Woche haben sich durch Neuschnee und stürmischen Wind um Nordwest frische Triebschneeablagerungen gebildet. Insgesamt waren es rund 50 cm Neuschnee. Diese binden mit der Altschneedecke nur schlecht. Daher ist eine Auslösung von Schneebrettlawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich. Somit ist die Schneebrettgefahr auf erheblich angestiegen.
 
Mit dem Temperaturanstieg am Mittwoch und der Einstrahlung wird sich der frische Schnee setzen und die Bindung wird sich bessern. Somit geht auch die Schneebrettgefahr langsam zurück.
Am Wochenende wird es noch milder. Die Nullgradgrenze geht auf über 2500 m Höhe. Neben lokale Gefahrenstellen werden überwiegend günstige Bedingungen erwartet.



Freitag, 1. Februar 2019

Aktuelle Schnee und Lawinensituation!

Nach den sehr starken und ergiebigen Schneefällen der ersten beiden Jännerwochen hat sich die Altschneedecke rasch gesetzt und stabilisiert. Bereits in den ersten schönen Tagen zeigten Sprengversuche zur Straßen- oder Pistensicherung kaum mehr eine Wirkung.
Das bestehende Gleitschneeproblem ist heute Freitag und Samstag durch die starke Erwärmung vermehrt zu beachten. Am Boden befindet sich eine feuchtwarme Schicht, die von der mächtigen Altschneedecke isoliert wird. Viele Gleitschneelawinen sind schon abgegangen, auch schon kurz nach der Schneefallperiode. Aktive Schneemäuler weisen aber noch immer auf das Problem hin. Gleitschneelawinen können hier jederzeit abgehen.

Am Samstag 26.1. gab es rund 30 cm Neuschnee, der stark durch Westwind umgelagert wurde. Auch währende der letzten Woche gab es immer wieder etwas Neuschnee bei Windeinfluss aus unterschiedlichen Richtungen. Am Freitag gibt es stürmischen Südföhn. Die Verfrachtungen liegen auf einem dünnen Windharschdeckel und bindungslosen kantigen Kristallen. Diese Kombination führt dazu, dass Schneebrettlawinen sehr leicht ausgelöst werden können. Es reicht dazu bereits das Gewicht einer einzelnen Person aus.

Schneedeckenuntersuchungen bestätigten dies.
Am Diensttag 29.1. wurde bei einem Rutschblocktest bereits beim Belasten mit Ski (RB2) ein glatter Bruch festgestellt. Neigung: 37°, Höhe 1640 m.ü.A., Exposition SE.


 
Am Donnerstag 31.1. zeigte ein ECT Test beim 5 Schlag (ECT5) aus dem Handgelenk einen Bruch mit Vorpflanzungsriss. Neigung: 33°, Höhe 1950 m.ü.A., Exposition W.
Durch die milden Temperaturen am Freitag und Samstag wird sich die Schneedecke vor allem in den tiefen und mittleren Lagen deutlich setzen. Somit wird sich die Situation bessern.
(Quelle: ZAMG)


Für das Wochenende ist das Triebschneeproblem unbedingt zu beachten!





Freitag, 25. Januar 2019

Messstellennetz übersteht intensive Schneefallperiode


Das Messstellennetz des Lawinenwarndienstes hat die intensive Schneefallperiode von der ersten Jännerhälfte gut überstanden. 

Probleme bereiteten eingeschneite Solarpaneele. Auf Grund der ungewöhnlichen Länge der Schneefallperiode und der extremen Schneehöhen blieb über Tage Schnee auf den Solarpaneelen liegen oder sie wurden ganz eingeschneit. Dadurch wurden die Batterien nicht mehr geladen und einzelne Messstellen sind dadurch ausgefallen. Mittlerweile übertragen wieder fast alle Stationen die Daten und stehen somit online zur Verfügung. 

Die Schneehöhensensoren leisteten ausgezeichnete Arbeit und lieferten gute Werte. Sie benötigen zum Messen einen Mindestabstand von einem Meter. Da diese Sensoren zwischen 4 bis 6 Meter über Grund montiert sind, wurden sie nicht eingeschneit und konnten somit gut Daten liefern.

Messstation Frauenkar am 22.01.2019 (Schneehöhe rund 340 cm) und ohne Schneelage: 

Messstation Menaueralm:

 

Freitag, 11. Januar 2019

Weiterhin angespannte Lawinensituation im Bergland von Oberösterreich!

Seit 3.1.2019 wird die Lawinengefahr in Oberösterreich als groß, für 2 Tage sogar als sehr groß eingestuft. Immer wieder intensive Schneefälle und starker bis stürmischer Wind um Nordwest haben zu einer heiklen Lawinensituation geführt. Mächtige Triebschneepakete haben sich in den Abbruchgebieten aufgebaut. Lawinen bis Größe 4 sind spontan abgegangen. Viele Lawinenstriche haben sich aber noch nicht entladen. Auch in den Tallagen hat sich eine mächtige Schneedecke abgelegt, die zu Problemen führte.


Am Freitag beruhigt sich das Wetter vorübergehend. Am Samstag setzt wieder Schneefall ein, der am Sonntag und Montag intensiver wird. Die Schneefallgrenze steigt an und liegt nach aktuellen Prognosen dann bei 1000 - 1200 m Höhe. Die Lawinensituation wird sich somit wieder zuspitzen. Über der Waldgrenze bildet sich wieder frischer labiler Triebschnee. Somit kommt in den stark eingefrachtete und nicht entladenen Bereichen zusätzliches Gewicht durch weiteren, je nach Höhe auch feuchterem Neuschnee dazu. Unter der Schneefallgrenze wird der Schnee durch den Regeneintrag schwer. Somit ist mit spontanen Lawinen in diesen Bereichen unbedingt zu rechnen.


Anstieg der Gesamtschneehöhen in unterschiedlichen Höhenlagen:


Windmessstelle Simonyhütte:

Mittwoch, 9. Januar 2019

Große bis sehr große Lawinengefahr im oberösterreichischen Bergland!


Aufgrund der sehr angespannten Schnee- und Lawinensituation wird die Lawinengefahr in den oberösterreichischen Nordalpen mit sehr groß eingestuft.

Seit 10 Jahren wurde diese Gefahrenstufe nicht mehr verwendet. Dieses zeigt auch, dass es sich um eine außergewöhnliche Lage handelt. Die Lawinenwarnstufe 5 hat sich in diesem Fall seit 30.12.2018 langsam aber stetig entwickelt.

Derartige intensive Schneefallereignisse Anfang Jänner fast ohne Unterbrechung und rasch aufeinander folgend sind sehr selten. Bereits seit 03.01. wird die Lawinengefahr zumindest teilweise als groß eingestuft. Eine derart lange Periode mit Gefahrenstufe 4 gab es bisher noch nicht.

Die Lawinengefahr wird auch in den nächsten Tagen weiterhin angespannt bleiben. Weitere Schneefälle werden prognostiziert.

 


Im Besonderen wird darauf hingewiesen, dass Unternehmungen im freien alpinen Gelände große Erfahrung und Zurückhaltung erfordern. Zurzeit wird von Aktivitäten im ungesicherten Gelände abgeraten. Jeder kann eigenverantwortlich für sich entscheiden. Es muss aber immer bedacht werden, dass im Unglücksfall andere sogar ihr Leben riskieren müssen.

Sperren von Straßen, Pisten, Wanderwegen, etc. sollten unbedingt befolgt werden.