Mittwoch, 31. März 2021

Maximale Gesamtschneehöhen dieses Winters werden im März 2021 erreicht!

 

Nach einem sehr niederschlagsarmen und zu milden Februar mit einem ungewöhnlichen Warmlufteinbruch in der 2. Monatshälfte gab es im März ab 14. des Monats eine längere Schneefallperiode bis zum 23. mit ergiebigen Schneefällen.

Somit wurden am 23. des Monats auch die maximalen Gesamtschneehöhen für diesen Winter erreicht:

Krippenstein: 300 cm      Hösskogel: 200 cm     Kasberg: 165 cm

In dieser Phase bestand auch durch den vielen Neuschnee und zeitweise stürmischen Wind eine kritische Lawinensituation mit Stufe 3 (erheblich) und an 2 Tagen auch Stufe 4 (große Lawinengefahr).

Danach konnte sich die Schneedecke kontinuierlich setzen und die Lawinensituation entspannte sich dadurch auch wieder.

Messstation Krippenstein 1963 m Höhe: Gesamtschneehöhe [cm], Lufttemperatur [°C] Oberflächentemperatur [°C]





Messstation Hösskogel 1850 m Höhe: Gesamtschneehöhe [cm], Lufttemperatur [°C] Oberflächentemperatur [°C]




Messstation Kasberg 1600 m Höhe: Gesamtschneehöhe [cm], Lufttemperatur [°C] Oberflächentemperatur [°C]





Mittwoch, 17. März 2021

Neuschnee und Wind - "angespannter 3" - erhebliche Schneebrettgefahr!

In den letzten Tagen haben sich durch Neuschnee und Wind frische, lokal auch leicht zu störende Triebschneeablagerungen gebildet. Bei kalten Temperaturen gab es rund 40 bis 50 cm Neuschnee. Lokal und hochgelegen konnte es auch mehr sein. Starker, in den hochgelegen Kammlagen auch stürmischer Wind hat zu umfangreiche Verfrachtungen geführt. 

Graupelschichten, dünne überdeckte weiche Schichten, ältere Harschschichten können je nach Höhenlage und Exposition als Schwachschichten auftreten. Im Steilgelände reicht oft das Gewicht einer einzelnen Person um ein Schneebrett auszulösen. Durch die Neuschneemenge bei beständigem Wind können durchaus mächtige Anrisse auftreten. Somit können Lawinen mittlere bis große Ausmaße erreichen.

Die kalten Temperaturen hemmen die Setzung der Schneedecke. Somit entspannt sich die Gefahrensituation nur langsam. 

In den nächsten Tagen sollte im Steilgelände die Vorsicht an erster Stelle stehen. Durchaus können Schneebrettlawinen noch bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden.

Messstation Hunerkogel, 2700 m Höhe Windböe, Windgeschwindigkeit [km/h], Windrichtung


Messstation Krippenstein, 1963 m , Schneehöhe [cm]


Messstation Frauenkar, 1750 m, Schneehöhe [cm]



Montag, 8. Februar 2021

Beständiges Altschneeproblem! wissen - erkennen - meiden!!!

Das beständige Altschneeproblem wird uns sehr wahrscheinlich bis zum Ende des Winter begleiten. Betroffen sind vor allem nord- und schattseitige Hochlagen. Im Steilgelände kann hier eine Schneebrettlawine insbesondere durch große, stellenweise aber auch bereits bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden.


Wo? Vor allem dort wo die tiefliegende Schwachschicht angesprochen werden kann. Bei Stellen im steilen Gelände wo wenig Schnee liegt oder im Übergangsbereich von viel zu wenig Schnee. Durch die Rissfortpflanzung werden auch beachtliche Anrisshöhen erreicht.

Wie ist dieses Problem entstanden? Die ersten Schneefälle brachten eine nur sehr geringmächtige Schneedecke. Darauf folgte eine längere Phase mit sehr kalten Temperaturen. Die Schneekristalle wurden somit aufbauend umgewandelt. Es entstanden bindungslose Kristallformen wie kantige lose Kristalle und Tiefenreif (auch Becherkristalle oder Schwimmschnee genannt). Diese Schwachschicht wurde dann durch folgende Schneefälle überdeckt.

Wie gehe ich mit dem Problem um? Das Altschneeproblem ist schwer zu erkennen. "Wumm - Geräusche" sind typisch aber nicht zwingend. Schneedeckentests können helfen die Gefahr zu erkennen. Die Bruchfortpflanzung erfolgt über weite Strecken. Fernauslösungen sind ebenfalls möglich. 

Wie verhalte ich mich? Steilhänge meiden. Witterungsverlauf beachten. Besondere Vorsicht in schneearmen Bereichen und bei Übergängen von viel zu wenig. Das Altschneeproblem ist eine Hauptursache bei tödlichen Lawinenunfällen.

Montag, 25. Januar 2021

Vorschau und Rückblick

Vorschau:

Es steht eine sehr unbeständige Woche bevor. Die Wetterprognosen zeigen immer wieder Schneefall, der unter Windeinfluss fällt. Von Montagnachmittag weg und am Dienstag können  bis zu 30 cm Neuschnee fallen. Somit kann sich vor allem über der Waldgrenze frischer Triebschnee bilden. Je nach Neuschneemenge, Windeinfluss und Exposition ist mit erheblicher Schneebrettgefahr über der Waldgrenze zu rechnen. 

In der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen markant an. Somit wird mit Regen bis in die mittleren Lagen gerechnet. Dies wirkt sich auf die spontane Lawinenaktivität aus. In diesen Lagen ist dann mit spontanen Feucht- und Nassschneelawinen zu rechnen. Je nach Mächtigkeit der Schneedecke in diesen Höhenlagen sind dann Auslauflängen von Lawinen zu beachten.


Rückblick:

Weiterhin ist das Schneedeckenfundament vom Boden her geschwächt. Dieses Altschneeproblem hat sich durch eine sehr geringmächtige Schneedecke vom Winterbeginn gebildet. Dem ersten Schnee folgte eine länge Periode mit sehr kalten Temperaturen. Dadurch wurde der erste Schnee aufbauend umgewandelt und es haben sich kantige bindungslose Kristalle ausgebildet. Diese wurden in weiterer Folge überdeckt und bilden somit für die darüberliegenden Schneeschichten einen Gleithorizont. Diese Schwachschicht kann in Bereichen, wie bei Übergängen von mehr zu wenig Schnee, durch Zusatzbelastung angesprochen werden. Zusätzlich wurde Oberflächenreif kalt eingeschneit, der ebenfalls eine sehr störanfällige Schwachschicht darstellt. In höheren Lagen wird sich dieses Problem (Altschnee) lange halten können.

Bevor die milderen Temperaturen (von Dienstag bis Samstag) zu einem Rückgang der Gefahrenstellen und zur Setzung der Schneedecke geführt haben, wurden im Gelände zahlreiche "Wumm-Geräusche" wahrgenommen und spontane Lawinen gesichtet. Lawinensprengungen wurden mit gutem Erfolg durchgeführt. Weiters kam es auch zu zwei Lawinenunfällen, die zum Glück glimpflich ausgegangen sind. 

Bodennahe Schwachschicht, kantige bindungslose Kristalle rieseln bodennahe aus dem Schneeprofil:



Triebschnee, Bild vom 21.01.2021:


Wetterdaten der vergangen Woche:

Messstation Hunerkogel 2700 m, Wind [km/h]



Messstation Krippenstein 1963 m, Lufttemperatur [°C], Schneehöhe [cm]


Messstation Hösskogel 1850 m, Wind [km/h], Lufttemperatur [°C], Schneehöhe [cm]





Dienstag, 19. Januar 2021

Weiterhin ist Vorsicht in den oberösterreichischen Bergen geboten - erhebliche Lawinengefahr!

Schneefall in den vergangenen Tagen (ab Dienstag, 12.01.2021) brachte in den Bergen rund 100 cm Neuschneezuwachs. Der kalte lockere Schnee ist bei starkem bis stürmischem Wind hauptsächlich aus West bis Nordwest (heute Dienstag aus Süd bis West) gefallen. Somit haben sich umfangreiche, störanfällige Triebschneeablagerungen gebildet. Der Neuschnee ist mit Unterbrechungen gefallen, wodurch sich auch innerhalb den Triebschneeablagerungen Schwachschichten befinden.

Das Schneedeckenfundament enthält kantige und bindungslose Kristalle, die ebenfalls eine Gleitschicht darstellen. Diese aufbauende Umwandlung ist vor den Schneefällen auf Grund der längeren Kältephase mit klaren sehr kalten Nächten und der geringmächtigen Schneedecke erfolgt und hat das Schneedeckenfundament geschwächt und störanfällig gemacht. Zudem bildete sich oft Oberflächenreif.

Das Alt- und Triebschneeproblem sind daher zur Zeit die vorherrschende Probleme, die bis auf weiters unbedingt zu beachten sind. Lawinen können bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. 

Messstation Hunerkogel 2700 m, Wind [km/h]

Messstation Katrinalm 1420 m, Schneehöhe [cm] 

Messstation Hösskogel 1850 m, Schneehöhe [cm] 

Messstation Bromberg 1400 m, Schneehöhe [cm] 






Mittwoch, 13. Januar 2021

Markanter Anstieg der Lawinengefahr - Vorsicht!

Die nächsten Tage bringen eine angespannte Lawinensituation. Vorsicht im freien Gelände ist geboten! Der frische Triebschnee ist leicht auslösbar.

Wie kommt es zu dieser Situation:

Die Altschneedecke ist in allen Höhenlagen sehr unterdurchschnittlich. Durch die längere Kälteperiode haben sich aufbauend umgewandelte Kristallformen gebildet. Diese haben keinerlei Bindung zueinander. Zudem wird Oberflächenreif oder sehr kalter lockerer Schnee, der ohne Windeinfluss gefallen ist, vom Neuschnee überdeckt. Weiter sind auch dünne Krusten und lockere feine Schichten im Schneedeckenfundament eingelagert.

Die Folge ist, dass mehrere potenzielle Gleitschichten vorhanden sind.

Seit Dienstag Abend schneit es, am Mittwoch gibt es nur wenig Neuschneezuwachs bevor der Schneefall am Donnerstag wieder stärker wird. Dazu kommt starker bis stürmischer Wind aus West bis Nordwest. Somit werden frische störanfällige Triebschneeablagerungen gebildet. Sie überdecken die erwähnten Schwachschichten und sind daher störanfällig. Eine Auslösung von Schneebrettlawinen ist bereits durch geringe Zusatzbelastung möglich.

Bereits das Gewicht einer Person kann eine Schneebrettlawine auslösen!

Zur Gefahrenreduktion und Einschätzung der Lage sollte Zurückhaltung an erster Stelle stehen. Erfahrung in der Einzelhangbeurteilung ist erforderlich.

Kantige Kristalle rieseln aus der Schneedecke:


Bindungslose Schneekristalle verhalten sich ähnlich wie Kristallzucker:


Messstation Simonyhütte, 2200 m, Lufttemperatur [°C]


Messstation Krippenstein, 1960 m, Lufttemperatur [°C]

Messstation Hösskogel, 1850 m, Lufttemperatur [°C]





Samstag, 9. Januar 2021

Newsletter NEU!!!


Der Newsletter wurde verbessert, neu gestaltet und steht ab sofort wieder zur Verfügung. Aus technischen Gründen ist aber eine neue Anmeldung nötig.


Auf der neuen Seite das Lawinenwarndienstes einfach "Abonnieren" klicken, Daten eingeben, Mailadresse bestätigen, fertig!

https://oberoesterreich.avalanche-warnings.eu/


Team Lawinenwarndienst