Dienstag, 19. Januar 2021

Weiterhin ist Vorsicht in den oberösterreichischen Bergen geboten - erhebliche Lawinengefahr!

Schneefall in den vergangenen Tagen (ab Dienstag, 12.01.2021) brachte in den Bergen rund 100 cm Neuschneezuwachs. Der kalte lockere Schnee ist bei starkem bis stürmischem Wind hauptsächlich aus West bis Nordwest (heute Dienstag aus Süd bis West) gefallen. Somit haben sich umfangreiche, störanfällige Triebschneeablagerungen gebildet. Der Neuschnee ist mit Unterbrechungen gefallen, wodurch sich auch innerhalb den Triebschneeablagerungen Schwachschichten befinden.

Das Schneedeckenfundament enthält kantige und bindungslose Kristalle, die ebenfalls eine Gleitschicht darstellen. Diese aufbauende Umwandlung ist vor den Schneefällen auf Grund der längeren Kältephase mit klaren sehr kalten Nächten und der geringmächtigen Schneedecke erfolgt und hat das Schneedeckenfundament geschwächt und störanfällig gemacht. Zudem bildete sich oft Oberflächenreif.

Das Alt- und Triebschneeproblem sind daher zur Zeit die vorherrschende Probleme, die bis auf weiters unbedingt zu beachten sind. Lawinen können bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. 

Messstation Hunerkogel 2700 m, Wind [km/h]

Messstation Katrinalm 1420 m, Schneehöhe [cm] 

Messstation Hösskogel 1850 m, Schneehöhe [cm] 

Messstation Bromberg 1400 m, Schneehöhe [cm] 






Mittwoch, 13. Januar 2021

Markanter Anstieg der Lawinengefahr - Vorsicht!

Die nächsten Tage bringen eine angespannte Lawinensituation. Vorsicht im freien Gelände ist geboten! Der frische Triebschnee ist leicht auslösbar.

Wie kommt es zu dieser Situation:

Die Altschneedecke ist in allen Höhenlagen sehr unterdurchschnittlich. Durch die längere Kälteperiode haben sich aufbauend umgewandelte Kristallformen gebildet. Diese haben keinerlei Bindung zueinander. Zudem wird Oberflächenreif oder sehr kalter lockerer Schnee, der ohne Windeinfluss gefallen ist, vom Neuschnee überdeckt. Weiter sind auch dünne Krusten und lockere feine Schichten im Schneedeckenfundament eingelagert.

Die Folge ist, dass mehrere potenzielle Gleitschichten vorhanden sind.

Seit Dienstag Abend schneit es, am Mittwoch gibt es nur wenig Neuschneezuwachs bevor der Schneefall am Donnerstag wieder stärker wird. Dazu kommt starker bis stürmischer Wind aus West bis Nordwest. Somit werden frische störanfällige Triebschneeablagerungen gebildet. Sie überdecken die erwähnten Schwachschichten und sind daher störanfällig. Eine Auslösung von Schneebrettlawinen ist bereits durch geringe Zusatzbelastung möglich.

Bereits das Gewicht einer Person kann eine Schneebrettlawine auslösen!

Zur Gefahrenreduktion und Einschätzung der Lage sollte Zurückhaltung an erster Stelle stehen. Erfahrung in der Einzelhangbeurteilung ist erforderlich.

Kantige Kristalle rieseln aus der Schneedecke:


Bindungslose Schneekristalle verhalten sich ähnlich wie Kristallzucker:


Messstation Simonyhütte, 2200 m, Lufttemperatur [°C]


Messstation Krippenstein, 1960 m, Lufttemperatur [°C]

Messstation Hösskogel, 1850 m, Lufttemperatur [°C]





Samstag, 9. Januar 2021

Newsletter NEU!!!


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Auf der neuen Seite das Lawinenwarndienstes einfach "Abonnieren" klicken, Daten eingeben, Mailadresse bestätigen, fertig!

https://oberoesterreich.avalanche-warnings.eu/


Team Lawinenwarndienst

Montag, 4. Januar 2021

Rückblick

Während der letzten Woche herrschte in Oberösterreich in den südlichen Regionen in den Hochlagen auf Grund des Triebschnees teils erhebliche Schneebrettgefahr. Zu beachten war der erweiterte Nordsektor. Hier haben sich durch starken bis stürmischen Südwind (28.12., 1. und 2.1.) kammnah, teils auch kammfern und in eingefrachteten Mulden und Rinnen Gefahrenstellen gebildet. Eine Auslösung von Schneebrettlawinen durch geringer Zusatzbelastung konnte nicht ausgeschlossen werden. 

In den nördlichen Regionen konnte die Lawinengefahr auf Grund des wenigen Schnees und der geringen Anzahl von Gefahrenstellen über der Waldgrenze als mäßig beurteilt werden. 

Allgemein liegt weiterhin auf den oberösterreichischen Bergen eine sehr unterdurchschnittlich mächtige Schneedecke. 

Ausblick: Für diese Woche sind keine größeren Niederschlagsmengen angekündigt. Am Mittwoch kann es ein paar Zentimeter Neuschnee geben. Die Frostgrenze liegt für die nächsten Tage ca. im Mittel.

Messstation Simoneyhütte 2200 m Höhe Windböe [m/s]

Messstation Simoneyhütte 2200 m Höhe Lufttemperatur [°C]

Bromberg 1400 m







Montag, 28. Dezember 2020

Verfrachtungsfähiger Neuschnee und Föhnsturm führt zu störanfälligem Triebschnee!

Gestern Sonntag und heute Montag weht stürmischer Südföhn im Gebirge, wodurch der zuletzt gefallene kalte und lockere Neuschnee (in Summe bis zu 30 cm) stark umgelagert wurde und wird. Neben komplett abgewehten Bereichen sind gut verfüllte Mulden und Rinnen sowie kammnahe, teils auch -ferne Steilhänge vor allem im Nordsektor eingeweht. Dort liegt nun störanfälliger Triebschnee, der gemieden werden muss. Die Schneedecke konnte sich gestern durch die milder werdenden Temperarturen etwas setzen, ist ansonsten sehr unregelmäßig verteilt und stark windbeeinflusst.

Blick Richtung Höllengebirge 28.12.2020


Die Schneemengen im Bergland und selbst in den Hochlagen mit rund 50 cm Gesamtschneehöhe sind weiterhin gering und deutlich unterdurchschnittlich.

Messstation Simonyhütte 2200 m Höhe Windböe [m/s]

Messstation Hösskogel 1850 m Höhe Windböe [m/s]

Messstation Kasberg 1600 m Höhe Windböe [m/s]


Blick Richtung Gr. Priel 28.12.2020


Blick Richtung Pyhrgas 28.12.2020








Mittwoch, 23. Dezember 2020

Schnee- und Wetterinformationen

Weiterhin liegt auf den oberösterreichischen Bergen nur wenig Schnee. Nur in den Hochlagen ist eine geringmächtige Schneedecke von bis zu 30 cm vorhanden. In den schattseitigen mittleren Lagen sind noch Schneereste vorhanden. 

Die milden Temperaturen und Regen (22.12.) bis über 2000 m Höhe haben die Schneedecke durchnässt oder abgebaut. Sehr hochgelegen überdeckt etwas Neuschnee eine oberflächig verharschte Altschneedecke, die im Inneren kantige lockere Kristalle enthält. Erst bei ergiebigen Neuschneemengen, die zur Zeit nicht in Sicht sind, kann im Winterverlauf diese Unterlage problematisch werden.

Blick Richtung Kasberg 23.12.2020 - Regen hat den wenigen Schnee weiter abgebaut


Wettervorschau:

23.12.2020 - Am Mittwoch ist es bei meist vielen Wolken überwiegend niederschlagsfrei. Es ist sehr mild, die Nullgradgrenze reicht bis 3000 m hinauf. Der Wind kommt schwach bis teils mäßig aus West bis Südwest.

24.12.2020 - Eine Kaltfront bringt dichtere Wolken, sinkende Temperaturen und etwas Niederschlag. Bis zum Nachmittag sinkt die Schneefallgrenze auf rund 1000 m Höhe. Ab den mittleren Lagen sind somit bis zu 10 cm Neuschnee möglich. Der Wind legt zu, kommt aus West bis Nordwest und ist mäßig bis teils stark.

25.12.2020 - Die Schneefallgrenze sinkt bis zum Abend in die Tallagen ab. Dichte Wolken bringen bei mäßigem Wind rund 10 - 15 cm Neuschnee.

Messstation Lufttemperatur Simoyhütte 2300 m:


Messstation Lufttemperatur Frauenkar 1750 m:



Montag, 21. Dezember 2020

Es liegen nur sehr geringe Schneemengen im Bergland!

Verbreitet findet man in den mittleren Höhenlagen nur 10 bis 20 cm, in den Hochlagen um die 30/35 cm Schnee. Sonnseitige mittlere Lagen sind vielfach aper.

In den letzten Tagen gab es Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein und milden Temperaturen und zähen Hochnebel in den Tallagen. Die Nullgradgrenze lag über 2000 m Höhe. Die für Oö Bergland schneebringenden Nordstaulagen blieben bisher leider aus.

Auch in den kommenden Tagen gibt es bis zum 24.12.2020 nur wenig Niederschlag und wenn, dann oft in Form von Regen. Erst in der Nacht zum 25.12.2020 kühlt es markant ab und bis zum 26.12.2020 fällt immer wieder etwas Schnee. In 2000 m Höhe liegen die Temperaturen dann bei minus 13 Grad. Zum Jahreswechsel wird es wieder milder.

Blick Richtung Gr. Priel 21.12.2020


Blick Richtung Gr. Pyhrgas 21.12.2020


Blick Richtung Höllengebirge 21.12.2020


Messstation Krippenstein 2000 m Schneehöhe [cm]



Messstation Frauenkar 1750 m Schneehöhe [cm]