Dienstag, 11. Mai 2021

Allgemeine Information zur Schnee- und Lawinensituation vom 11.05.2021

In der Nacht auf Mittwoch bricht der Föhn zusammen und Störungseinfluss bringt kräftigen Regen.

Am Mittwoch überwiegen dichte Wolken mit stark eingeschränkter Sicht und kräftigem Regen sowie Schneefall. Die Schneefallgrenze liegt um 1700 m Seehöhe. Dazu weht oft lebhafter bis starker West- bis Nordwestwind. In 1500 m um 4 Grad, in 2000 m um -2 Grad.

Danach geht es deutlich kühler und unbeständiger weiter.

In den Hochlagen fallen bis zu 30 cm Neuschnee, der durch starken Wind verfrachtet wird. Der frische Triebschnee kann in den höheren Lagen im Steilgelände als kleine Schneebrettlawine durch Zusatzbelastung ausgelöst werden. (MÄSSIGE Schneebrettgefahr durch Triebschneeproblem)

Anhaltender Regen führt in den mittleren Lagen zu einer starker Durchfeuchtung bzw. raschen Abbau der restlichen Schneedecke. Je nach noch vorhandener Schneemenge kann diese als kleine bis mittlere spontane Nassschneelawine dann abgehen.

Auch Wechtenbrüche sind möglich.

In den kommenden Tagen sollten bei Skitouren/Unternehmungen im Bergland der Neu- und Triebschnee im Steilgelände der höheren Lagen, sowie das Nassschneeproblem in mittleren Lagen, unbedingt beachtet werden.

Die vergangenen sehr milden Tage haben die Schneedecke nun deutlich abgebaut. In den Hochlagen liegen aber noch überdurchschnittliche hohe Schneemengen:

Krippenstein: 2000 m Höhe Gesamtschneehöhenverlauf

Frauenkar: 1750 m Höhe Gesamtschneehöhenverlauf




Freitag, 7. Mai 2021

Allgemeine Information zur Schnee- und Lawinensituation vom 07.05.2021

Heute Freitag gibt es im Bergland oberhalb der Waldgrenze Nebel und damit schlechte Sicht. Auflockerungen und sonnige Phasen sind nur von kurzer Dauer. Es weht starker bis stürmischer Nordwestwind und es schneit immer wieder. Im Hochgebirge fallen einige Zentimeter Neuschnee und es bildet sich frischer Triebschnee.

Die Schneefallgrenze liegt bei 1300 m Höhe und in 1500 m hat es 0 Grad.

Somit gibt es nochmals frischen Triebschnee, der kammnahe vor allem in den höheren Lagen im Steilgelände als kleine Schneebrettlawine durch Zusatzbelastung ausgelöst werden kann. (Triebschneeproblem und MÄSSIGE Schneebrettgefahr)

Am Wochenende ist der Samstag mild, der Sonntag sehr mild und sonnig, womit im Tagesverlauf rasch das Nassschneeproblem in der Vordergrund tritt. Das aufgrund der immer noch überdurchschnittlichen Schneehöhen teils ab den mittleren Lagen, aber überwiegend hochalpin dann zu beachten ist (rascher Anstieg der Gefahr für Nassschneelawinen von GERING auf MÄSSIG).

Am Montag gibt es weiterhin viel Sonne und es bleibt sehr mild. Dadurch ändert sich die Lawinensituation nicht.

Unverändert sind auch einzelne hochalpine Gefahrenstellen für Schneebrettlawinen vorhanden (MÄSSIGES lokales Altschnee- oder Triebschneeproblem), die durch Zusatzbelastung lokal auslösbar sind.

Generell stellen auch Wechtenbrüche noch eine Gefahr dar.

Skitouren/Unternehmungen im Gelände sollten am Wochenende und montags früh begonnen und zeitig beendet werden.

 

Noch viel Schnee incl. etwas Neuschnee vom vergangenen Mittwoch und heute Freitag sind in den Hochlagen vorhanden:

Krippenstein: 2000 m Höhe Gesamtschneehöhenverlauf


Frauenkar: 1750 m Höhe Gesamtschneehöhenverlauf




Mittwoch, 5. Mai 2021

Allgemeine Information zur Schnee- und Lawinensituation vom 05.05.2021

Heute Mittwoch zieht spätestens gegen Mittag eine markante Kaltfront mit stürmischem Nordwestwind durch, die vor allem im Hochgebirge nochmals einige Zentimeter Neuschnee bringt.

Die Schneefallgrenze sinkt am Nachmittag gegen 1200 m Höhe. Zu Mittag hat es in 1500 m um 4 Grad, danach folgt ein Temperatursturz auf minus 4 Grad.

Somit gibt es frischen Triebschnee und kammnahe können vor allem in den höheren Lagen im Steilgelände kleine Schneebrettlawinen durch Zusatzbelastung ausgelöst werden (Triebschneeproblem und MÄSSIGE Schneebrettgefahr).

Am Donnerstag und am Wochenende wird es wieder etwas milder und sonniger, womit im Tagesverlauf das Nassschneeproblem in der Vordergrund tritt und aufgrund der immer noch überdurchschnittlichen Schneehöhen, teils ab den mittleren Lagen aber überwiegend hochalpin dann zu beachten ist (je nach nächtlicher Ausstrahlung und Festigkeit der Schneedecke - Anstieg von GERING auf MÄSSIG).

Es sind in den kommenden Tagen einzelne hochalpine Gefahrenstellen für Schneebrettlawinen vorhanden (MÄSSIGES, lokales Altschnee- oder Triebschneeproblem), die durch Zusatzbelastung lokal auslösbar sind.

Generell stellen auch Wechtenbrüche eine Gefahr dar.

Bei Unternehmungen in den kommenden Tagen ist diese in höher gelegenem Gelände und in Abhängigkeit des Wetters und der Schneedeckenmächtigkeit unbedingt zu beachten.

Noch immer viel Schnee in den Hochlagen:

Krippenstein: 2000 m Höhe Gesamtschneehöhenverlauf

Frauenkar: 1750 m Höhe Gesamtschneehöhenverlauf





Montag, 3. Mai 2021

Allgemeine Informationen zur Schnee- und Lawinensituation vom 03.05.2021

Für Anfang Mai liegt in den hohen, teils auch mittleren Lagen noch überdurchschnittlich viel Schnee. Das Wetter der kommenden Tage ist wechselhaft mit Sonne, Regen/Schneeschauern und relativ kühl.

Zeitweiser Sonnenschein und im Tagesverlauf etwas mildere Temperaturen führen im Steilgelände dann zu vermehrter spontaner Nassschneeaktivität und je nach Schneelage zu einem Anstieg der Lawinengefahr auf MÄSSIG. Eventuell auftretender Regen bis in Hochlagen führt ebenfalls zu einem Festigkeitsverlust der Schneedecke und einem Gefahrenanstieg.

Daneben sind auch einzelne hochalpine Gefahrenstellen für Schneebrettlawinen (Altschnee- oder Triebschneeproblem), die durch Zusatzbelastung lokal auslösbar sind, vorhanden.

Bei Unternehmungen im Gelände ist dieses in den kommenden Tagen in Abhängigkeit des jeweiligen Wetters unbedingt zu beachten.

Gesamtschneehöhe Messstation Krippenstein 2000 m Höhe [cm]


Mittwoch, 31. März 2021

Maximale Gesamtschneehöhen dieses Winters werden im März 2021 erreicht!

 

Nach einem sehr niederschlagsarmen und zu milden Februar mit einem ungewöhnlichen Warmlufteinbruch in der 2. Monatshälfte gab es im März ab 14. des Monats eine längere Schneefallperiode bis zum 23. mit ergiebigen Schneefällen.

Somit wurden am 23. des Monats auch die maximalen Gesamtschneehöhen für diesen Winter erreicht:

Krippenstein: 300 cm      Hösskogel: 200 cm     Kasberg: 165 cm

In dieser Phase bestand auch durch den vielen Neuschnee und zeitweise stürmischen Wind eine kritische Lawinensituation mit Stufe 3 (erheblich) und an 2 Tagen auch Stufe 4 (große Lawinengefahr).

Danach konnte sich die Schneedecke kontinuierlich setzen und die Lawinensituation entspannte sich dadurch auch wieder.

Messstation Krippenstein 1963 m Höhe: Gesamtschneehöhe [cm], Lufttemperatur [°C] Oberflächentemperatur [°C]





Messstation Hösskogel 1850 m Höhe: Gesamtschneehöhe [cm], Lufttemperatur [°C] Oberflächentemperatur [°C]




Messstation Kasberg 1600 m Höhe: Gesamtschneehöhe [cm], Lufttemperatur [°C] Oberflächentemperatur [°C]





Mittwoch, 17. März 2021

Neuschnee und Wind - "angespannter 3" - erhebliche Schneebrettgefahr!

In den letzten Tagen haben sich durch Neuschnee und Wind frische, lokal auch leicht zu störende Triebschneeablagerungen gebildet. Bei kalten Temperaturen gab es rund 40 bis 50 cm Neuschnee. Lokal und hochgelegen konnte es auch mehr sein. Starker, in den hochgelegen Kammlagen auch stürmischer Wind hat zu umfangreiche Verfrachtungen geführt. 

Graupelschichten, dünne überdeckte weiche Schichten, ältere Harschschichten können je nach Höhenlage und Exposition als Schwachschichten auftreten. Im Steilgelände reicht oft das Gewicht einer einzelnen Person um ein Schneebrett auszulösen. Durch die Neuschneemenge bei beständigem Wind können durchaus mächtige Anrisse auftreten. Somit können Lawinen mittlere bis große Ausmaße erreichen.

Die kalten Temperaturen hemmen die Setzung der Schneedecke. Somit entspannt sich die Gefahrensituation nur langsam. 

In den nächsten Tagen sollte im Steilgelände die Vorsicht an erster Stelle stehen. Durchaus können Schneebrettlawinen noch bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden.

Messstation Hunerkogel, 2700 m Höhe Windböe, Windgeschwindigkeit [km/h], Windrichtung


Messstation Krippenstein, 1963 m , Schneehöhe [cm]


Messstation Frauenkar, 1750 m, Schneehöhe [cm]



Montag, 8. Februar 2021

Beständiges Altschneeproblem! wissen - erkennen - meiden!!!

Das beständige Altschneeproblem wird uns sehr wahrscheinlich bis zum Ende des Winter begleiten. Betroffen sind vor allem nord- und schattseitige Hochlagen. Im Steilgelände kann hier eine Schneebrettlawine insbesondere durch große, stellenweise aber auch bereits bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden.


Wo? Vor allem dort wo die tiefliegende Schwachschicht angesprochen werden kann. Bei Stellen im steilen Gelände wo wenig Schnee liegt oder im Übergangsbereich von viel zu wenig Schnee. Durch die Rissfortpflanzung werden auch beachtliche Anrisshöhen erreicht.

Wie ist dieses Problem entstanden? Die ersten Schneefälle brachten eine nur sehr geringmächtige Schneedecke. Darauf folgte eine längere Phase mit sehr kalten Temperaturen. Die Schneekristalle wurden somit aufbauend umgewandelt. Es entstanden bindungslose Kristallformen wie kantige lose Kristalle und Tiefenreif (auch Becherkristalle oder Schwimmschnee genannt). Diese Schwachschicht wurde dann durch folgende Schneefälle überdeckt.

Wie gehe ich mit dem Problem um? Das Altschneeproblem ist schwer zu erkennen. "Wumm - Geräusche" sind typisch aber nicht zwingend. Schneedeckentests können helfen die Gefahr zu erkennen. Die Bruchfortpflanzung erfolgt über weite Strecken. Fernauslösungen sind ebenfalls möglich. 

Wie verhalte ich mich? Steilhänge meiden. Witterungsverlauf beachten. Besondere Vorsicht in schneearmen Bereichen und bei Übergängen von viel zu wenig. Das Altschneeproblem ist eine Hauptursache bei tödlichen Lawinenunfällen.